Team | AGB | Impressum | Datenschutzbestimmungen | Kontakt | Bilder | Facebook | Twitter | Werben im FWnetz

Heavy Rescue Espoo(iw) Leider nur ein Kurzbesuch, aber für Begeisterung hat’s allemal gereicht: das Finnische System ist, was „Rescue“ angeht, dem US System nicht unähnlich. Ich vermeide das verlockende Rüstwagen-Bashing und stelle hier Fahrzeuge vor, mit denen man richtig vernünftig arbeiten kann.
Leider keine Weitwinkellinse dabei, und bei einsetzendem Schnee wäre es etwas zuviel verlangt gewesen, die Fahrzeuge herauszufahren. Links das Fahrzeug aus Espoo. Gut zu sehen die Staffelkabine: somit wird nicht „Gerät“ angefordert, sondern „Fähigkeiten“. Das ist – auch für uns – ein besonders wichtiger Punkt: es rückt Mannschaft an, die eine Aufgabe bewältigen kann und am Fahrzeug bzw. dessen Ausrüstung ausgebildet ist. Das Fahrzeug ist normalerweise mit 1/3 besetzt.

In der normalen AAO rückt der Heavy Rescue auch bei Brand an, die Mannschaft kann sich bereits auf der Anfahrt mit PA ausrüsten und steht sofort bei Ankunft zur  Verfügung.

Die Ausrüstung ist stark modular: im Bild oben sieht man eine Batterie an Atemschutzflaschen, in den orangen Taschen sind CSA. Das Prinzip ist recht einfach: weniger Auswahl, dafür aber ordentlich viel bzw. ordentliches Material. Im Rescue aus Helsinki sieht man die Hydraulik im GR, und im Fach rechts hinten (G6) Strom und „Big Mama“ , ein Lüfter mit 80kg.

Heavy Rescue Helsinki

Insgesamt werden bei der Ausbildungsqualität der BFen sehr hohe Maßstäbe gesetzt. Auch hier werden Lagen, ob Brand oder THL mit sehr wenig Mannschaft abgearbeitet. Für mein Geschmack sind 1/3 beim erstangriff Feuer zu wenig, aber man scheint damit keine großen Probleme zu haben; im Gegenteil, mit der entsprechenden Ausbildung ist die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Notfalls eher gering. Auch wird auf ein zu aggressives Vorgehen im Innenangriff verzichtet. Doch das alles ist ein anderes Thema :)

Zum Schluss noch diese Kuriosität mit etwas mehr als 20 Meter Leiterlänge:

Small Ladder Helsinki

Bilderstrecke auf Flickr

Kommentare

21 Kommentare zu “Konzepte: Heavy Rescue in Finland” (davon )

  1. diggler am 15. November 2009 15:31

    Hat das Fahrzeug auch Schlaeuche und Wasser an board oder wie fahren die Erstangriffe??  Als Unterstuetzungsfahrzeug im Brandfalle kann ich das schon verstehen, dass die mit rausfahren. Das wird hier aehnlich gemacht.

  2. Irakli West am 15. November 2009 15:36

    hey Diggler, nein, kein wasser, keine Pumpe, nur Rescue.

  3. Cimolino am 15. November 2009 17:52

    Hallo Irakli,

    ich stelle fest, dass die Finnen eher THL betreiben wie die Amerikaner.
    LF, die Feuer löschen, ggf. wenig THL können, ergänzt um SEHR wenige Sondereinheiten, die mit etwas Personal ein riesiges Gebiet abdecken und mit Sonderfahrzeugen anrücken, die in den Abmessungen unseren RW eher überlegen sind, als vom Inhalt.

    Kannst Du mir gerade vor dem Zusammenhang Deiner Begeisterung hier, dann genau diesen, Deinen Kommentar in fw.de näher erklären?
    http://www.feuerwehr-forum.de/s.php?n=592150

    Und ich finde es NICHT sinnvoll, mit so gering besetzten Fahrzeugen erst mal alleine zu kämpfen, in der Hoffnung, dass nichts passiert. Vor unerwarteten Ereignissen schützt Dich nämlich auch die beste Ausbildung nicht!
    Und ja, ich war auch schon in Finnland zum Führungskräfteaustausch der EU, ich kenn auch ein bißchen was von den Ideen aus den USA und ich kenn auch Leute von Falck – und die dt. Grundtaktik, die bei richtiger Anwendung und entsprechender Ausbildung dem Rest m.E. im Outcome immer noch überlegen ist…

  4. Irakli West am 15. November 2009 18:02

    Hi Uli,

    ich kann sehr gerne darauf eingehen. Zunächst finde ich das Konzept von Spezialfahrzeugen grundsätzlich besser und sinnvoller als Fahrzeuge, die alles Mögliche können sollen.

    Ein gutes Beispiel liefern uns die Franzosen oder Benelux, mit reinen Tanklöschfahrzeugen die ausschliesslich Brandbekämpfung fahren, für VU einen – nennen wir ihn mal „GW-VU“ (Sprinter oä.) vorhalten, dazu ein KlaF. Meiner Meinung nach ist ein TLF (mit viel Schlauch, Lüfter und Sprungretter) + stimmiger GW-L + GWVU + KlaF für eine größere Wehr sinnvoll. Dazu noch die Ergänzung mit den Nachbarwehren. Grosses Geheimnis: zweite Pumpe kann von ausserhalb kommen.

    Zum Thema „Heavy Rescue“: Das Staffelkonzept ist sinnvoll. Versuch mal hier einem RW einen MTW mit ausgebildeter Mannschaft hinterher zu schicken.

    Somit habe ich mich schön weit aus dem Fenster gelehnt, und dies ist meine private Meinung.

    Unser System schafft es, viel Gerät an die Einsatzstelle zu karren, mit viel Glück auch ausreichend Leute, je nach Tages- und Wochenzeit.

    Dass 1/3 und alleine loslegen nicht richtig ist, stelle ich gar nicht erst in Frage. Doch wenn ich – vermutlich wie Du – sehe, wie intensiv andere ausbilden, dann haben wir hier sehr wohl massiven Nachholbedarf. Nicht überall, aber fast.

     

     

     

  5. Irakli West am 15. November 2009 18:37

    Achso noch etwas. Das Nonplusultra zu (Heavy) Rescue-Konzepten hier in D hält aus meiner Sicht die Feuerwehr Hamburg vor: FF Eppendorf als Einheit, die nichts anderes tut als sich mit solchen Dingen zu beschäftigen. Sehr genial.

  6. Philipp am 15. November 2009 19:59

    Wobei du das auch nur in größeren Städten realisieren kannst.
    In der Fläche wirst du das größtenteils nicht umsetzen können, denn es müssen ja erstmal zeitnah die anderen Komponenten verfügbar sein.
    Auch innerhalb einer Gemeinde/Komune dürfte es schon schwer werden, einzelne Aufgaben an Stadt/Ortsteile zu delegieren, da diese dann ja auch eine gewisse Mindestpersonaldecke tagsüber stellen müssen.

  7. Gonzo am 16. November 2009 09:38

    Ich muss da leider meine Meinung zu Kund tun.
    Wir haben hier Deutschland auch ein Flächendeckendes Netz auß Heavy Rescue Einheiten wenn ihr so wollt.  Das nennt sich THW.
    Diese Jungs sind auf sowas Spezialisiert und bringen auch notfalls noch mehr mit.
    @Irakli
    Was du da verlinkt hast steht alle paar  KM in Blau in den Garagen.

  8. Irakli West am 16. November 2009 10:01

    @gonzo was heisst hier „leider“? Jede Meinung ist wertvoll.

    Bzgl. THW sehe ich keinen Widerspruch. Die Feuerwehr muss retten, das heisst schnell vor Ort sein, Gefahr für Opfer und für sich selbst beseitigen bzw. minimieren. Das kann auch heissen, einen sicheren Zugang zu einem Unfallort zu schaffen. Es ist nicht unsere Aufgabe, beispielsweise ein Haus komplett abzustützen oder einen LKW wieder auf die Beine zu stellen.

    Sicher gibt es einige OV des THW, die dies in aller Schnelle (= 10 Minuten) zu leisten vermögen, aber das ist nicht der Grundgedanke. Die Feuerwehr muss sich da schon selbst helfen können, und dafür gibt’s die entsprechende Technik und Taktik. Oder wie siehtst Du das mit den Rüstwagen?

  9. Gonzo am 16. November 2009 10:52

    @seine Meinung Kund tun nist nicht immer gut!
    Ich denke das im Bereich der Rüstwagen ein ganz neue Struktur geschaffen werden muss. Ich weiß das in anderen Foren das wieder als Jehova Fahrzeug bezeichnet werden würde. Ich denke mann sollte die Ausrüstung nach Zuständigkeiten
    Organisieren.  Z.B. das VHLF aus Ebstorf ist absolut das richtige wenn mann VUs ab arbeitet.
    http://www.feuerwehr-ebstorf.de/feuerwehr/Technik/VHLF/vhlf.html
    Für die Schwere Technische Rettung gibt es das THW.  Wenn große Feuerwehren selbst noch Komponenten vorhalten ist das meiner Meinung nicht notwendig  aber gut. Und ob da nen GKW in Blau oder Rot steht ist mir egal. Ich weiß das es schwer zu akzeptieren ist das andere auch was können. Aber mann muss nicht immer alles selber machen und können.
     

  10. Stefan Cimander am 16. November 2009 11:22

    @Gonzo: Meine Rede. THW wird bei THL in vielen Bereichen gar nicht alarmiert bzw. es werden Doppelstrukturen aufgebaut. Ich denke, was THL angeht, macht ein Feuerwehrler einem THWler nix vor. Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Ausrüstung des THW oft erst ab einer bestimmten Größenordnung sinnvoll einsetzbar ist. Für Bagatellen oder kleinere THL reicht IMHO die FW-Kompetenz.

  11. Cimolino am 16. November 2009 11:29

    Hallo,
    um den RW (oder GW oder DL) personalverstärkt ggf. mit einsetzen zu können, brauch ich keine Staffelkabine auf dem Fahrzeug. Da kann man entweder
    – die Ziel-Fw mit ausbilden
    – ein HLF oder
    – einen MTW mitschicken
    usw.
    Alles viel flexibler, als zu hoffen, dass 2 FA mehr auf einem Sonderfahrzeug Aufgaben lösen können, für die Du in Anwendung von schwerem Gerät schon mal schnell mehr als nur eine Staffel brauchst, die damit auch umgehen kann…
     
    Und ja, wir haben ein massives Ausbildungsproblem, aber nicht nur da… – und das ist nicht mit staffel- (oder 4-FA-)besetzten Sonderfahrzeugen zu lösen!
     

  12. Gonzo am 16. November 2009 12:01

    @stefan
    Für den Ersteinsatz ist immer noch die Feuerwehr da.
    Aber z.B. zweite Abmarsch ist nen GKW 1 auch keine schlechte Wahl. Hat alles dabei um z.B. nen HLF z.B. zu ergänzen.  Das THW setzt sich ja Modular zusammen! Mann alamiert ja auch nicht gleich nen ganzen OV. Erstmal kommt ja sowieso nen FB THW raus um die Option zu prüfen. So zumindestens die Vorgabe vom THW.

  13. Stefan Cimander am 16. November 2009 12:10

    @Gonzo Ich weiß, ahbe ja anfang des Jahres einen Artikel über die Fähigkeiten des THW zusammengestellt, mit der eindringlichen Bitte an sie Feuerwehren, sich mit dem blauen Nachbarn auseinanderzusetzen ;-) https://www.fwnetz.de/2009/01/24/blau-und-rot-%E2%80%93-gemeinsam-stark/

  14. Gonzo am 16. November 2009 12:12

    @stefan ich weiß! Für mich als nen ehemaligen
    Blauen nix neues..;-)) aber trotzdem gut geschrieben!

  15. Berty am 16. November 2009 14:29

    Ebenfalls auf  THL hat sich die FF Horhausen/ RLP spezialisiert.

  16. azo am 16. November 2009 21:13

    Ich finde das Konzept der Franzosen mit ihrem „Véhicule de Secours Routier“ sehr gut. Denn dort ist alles drauf, was für THL Feuerwehr benötigt wird. Schweres technisches Gerät kann dann vom Landkreis, THW oder privaten Firmen kommen. Von der größe des  Aufbaus vergleichbar mit einem TSF-W.
    Da bei mir in der Wehr in einiger Zeit ein neuer RW beschafft wird, werde ich dieses Konzept mal vorschlagen. Aber ich ahne schon die Antwort: „Wir wollen ein großes Feuerwehrauto“. Habe mir da schon öfters den Mund mit solchen Aktionen verbrannt.
    @Irakli: da ich kein französisch kann, wollte ich mal fragen, ob du noch Informationen über dieses Fahrzeug hast und mir diese, wenn möglich, zur Verfügung stellen könntest?
    Gruß

  17. Bolde112 am 17. November 2009 01:08

    Denke, umso mehr man auf den Fahrzeugen hat umso mehr muss ausgebildet werden und umso schwieriger wird es, einen technisch sehr aufwendigen Einsatz abzuarbeiten. Denn wer kennt das nicht, dass in der Wehr von den 60 Aktiven ca. 10 Leute wirklich annähernderweise mit den vorhandenen Gerätschaften umgehen kann und weitestgehend mit allen ausgebildet wurde weil sie immer da waren wenn eine Übung war. 20 Andere wissen was gemeint ist tun sich aber schon etwas schwerer mit der Handhabung und die anderen 30 naja, haben mal was von dem und dem Gegenstand gehört, aber sonst keine Ahnung was sie damit anstellen können. Und da beginnt dann das Problem, man fährt tagsüber raus und soll eine Schadenslage beseitigen und hat von den 10 evtl. 2 dabei, von den 20 gar keinen und von den 30 nochmal 6-7. Deswegen finde ich persönlich manchmal ist weniger mehr. Das mit dem THL find ich gut, hab ich bei einem Lehrgang mal näher erklärt bekommen, aber auch nur ,wenn es wirklich nicht um Zeit geht. Denn bei uns auf dem Land gibt es auch einen OV, dieser ist aber mit Alarmierung, Anfahrt usw. ca gute 45 min. entfernt. Dort gibt es aber auch nur beschränkt Einsatzmittel. So müssen sie je nach Schaden auch Spezialkräfte anfordern. Diese liegen dann aber gleich 2-3 Std. von uns entfernt. Aus diesem Grund behelfen wir uns im Ort auch hin und wieder beispielsweise bei Baufirmen, die Bagger vorhalten oder bei den Landwirten wenn wir große Wasservorräte benötigen. Denke, da kann man sich streiten, ob es eine perfekte Lösung gibt. Es muss jede Wehr selbst am Besten wissen, was sie benötigen und was nicht. Andererseits könnte man auch auf Landkreisebene eine Art Spezialgruppe bilden, wie es bei uns mit dem Löschzug Gefahrgut ganz gut funktioniert. Zentral im Kreis gelegen ist dort der GW-G stationiert und die Mitglieder werden im ganzen Landkreis bei geholt. So ist sichergestellt, dass flächendeckend Personal schon vor der Alarmierung vor Ort ist und die ersten Schritte einleiten kann und der GW-G wenn kommt kann gleich loslegen. So könnte man es in anderen Bereichen auch einführen. So hat man ausgebildetes Personal und diese Leute wissen wie was wo.

  18. MaxW am 17. November 2009 20:31

    @ azo: Als Franzose kann ich dir sagen, dass fortschrittliche Wehren so schnell wie möglich von den „véhicule de secours routier“ loswerden.  Diese Fahrzeuge rücken in einer durchschnittlichen Wehr vielleicht 20 mal im Jahr aus, darunter heisst es vielleicht zwei oder drei mal mehr machen als einfach Verkehrsleitkegel und ein Paar Blitzer auf der Strasse stellen! Dafür ein Fahrzeug zu warten, versichern, usw… lohnt sich höchstens für eine sehr grosse Wehr, wovon es in Frankreich wenige gibt. Deswegen wird in meiner Gegend immer mehr auf „FPTSR“ investiert, was etwa einem HLF.

  19. MaxW am 17. November 2009 20:42

    „was etwa einem HLF entspricht“, wollte ich drüber sagen!

  20. Grisufi am 17. November 2009 22:07

    Bei der Beurteilung des finnischen RW gilt es ein paar von Deutschland entscheidend abweichende Fakten in Betracht zu ziehen.
    Zum einen ist der RW in Espoo der einzige verfügbare für ca. 300 000 Einwohner auf einem Gebiet von etwa 100km Ost-West und 50km Nord-Südausdehung. Abweichend von deutschen RW haben die meisten finnischen auch einen Hebearm/Kran mit dabei. Außerdem ist der finnische RW nicht nur für TH zuständig. Z.B. bei Gefahrguteinsätzen bringt der RW die Grundausrüstung für die Dekontamination – in den meisten Gegenden gibt es keinen GW-G.
    Im Prinzip gilt in Finnland auch die Regel mit dem Rettungstrupp. Dennoch rückt das HLF der BF meist mit 1/3 aus. Wenn sie denn soviel Leute zusammenkriegen. Alle Sonderfahrzeuge der Hauptamtlichen rücken mit 0/1 aus – TLF, DLK, oft auch der RW. Die Freiwilligen werden hier nicht immer, aber meistens nur als Nothilfe gerechnet. Wenn man weiter in den Norden geht werden die Entfernungen für deutsche Begriffe auch mehr als erstaunlich – in Nordfinnland und Lappland kann das nächste LF aus 50km oder mehr Entfernung kommen.
    Gez. Ein Deutscher in Finnland mit vielen Jahren Erfahrung in der FF aus beiden Ländern

  21. Hilmar am 23. November 2009 09:42

    In Helsinki gibt es zwei RW (H15+H25) auf den Wachen 1 und 2. Diese sind für das gesammte Stadtgebiet zuständig. bei Bränden sind diese meistens auch dabei, allerdings fährt bei Feuer oder BMA natürlich auch immer ein oder mehrere HLF (Helsinki hat sieben BF Wachen). Bei dem kleinen TM handelt es sich um ein Multicar – Vema 201 TF (20m) und dient für Einsätze in der Altstadt, Hinterhöfe, u.s.w.
    Allerdings haben nicht alle RW(-K) in Finnland Staffelkabine. Und bei den Wachen, Fahrzeugen und Personal in ganz Skandinavien bzw. Finnland muss man berücksichtigen  das es dort im Vergleich zu Deutschland weniger gibt und die Einsatzgebiete teilweise weitläufiger und größer sind.
     
     
     

Bottom